Innovationen europaweit verbreiten

Zu einer erfolgreichen EU-Erasmus-Förderung gehört auch, die gemeinschaftlich erarbeiteten Projektergebnisse zu verbreiten. 2019 fanden europaweit viele internationale Kongresse und Veranstaltungen zur Architektur und Pädagogik statt, zu denen PULS+ eingeladen war.

03/2019 Düsseldorf, Deutschland

Beim 8. Deutschen Schulleiterkongress 2019 in Düsseldorf (DSLK 2019) stellten Petra R. Moog und Andreas Hammon das Projekt PULS+ vor.
Im ausgebuchten Praxisforum mit 130 Teilnehmenden erläuterten sie unter der Überschrift „Lernräume entwickeln – der Raum als 3. Pädagoge“ u.a., welche Möglichkeiten und Methoden es gibt, um Schule und Raum zu entwickeln.

Nach einer kurzen Einführung zu den Wechselwirkungen zwischen Mensch und Raum ging es um Lernraumlabore und die Phase Null als moderierter Prozess, in dem die zukünftigen architektonischen und pädagogischen Konzeptionen der Schule mit allen Beteiligten entwickelt werden. Die Präsentation wurde den über 2.500 Teilnehmenden des DSLK 2019 über das Portal des Klüver-Verlages zur Verfügung gestellt.

07/2019 Cagliari, Italien

„Scuola democratica – Education and Post-Democracy“ lautet eine 2019 in Italien gegründete Konferenzreihe, die das Thema Erziehung und Partizipation in den Fokus nimmt.

In der Session „Transforming Schools between pedagogy and architecture: A democratic laboratory“ hatten Beate Weyland und Bruno Pray zu einer multilingualen Session eingeladen. In den Vorträgen wurden Lernräume unter sozialen, politischen, ökonomischen, kulturellen und partizipativen Gesichtspunkten reflektiert. PULS+ war mit zwei Beiträgen vertreten.

Beate Weyland präsentierte das „PAD-LAB“ , in dem Schulen an der Schnittstelle von Pädagogik, Architektur und Design partizipativ geplant werden.

Petra R. Moog präsentierte die PULS+ Weiterbildung aus der Perspektive der Partizipation und berichtete über die Transformation von einer heterogenen Lerngruppe zu einem multiprofessionellen Expertenteam. An der Konferenz nahmen fast 700 Personen aus der EU teil. Veröffentlichungen sind in Vorbereitung.

08/2019 Porto, Portugal

Das Motto des 41. ISCHE-Kongresses widmete sich dem Thema “Spaces and Places of Education” und lockte fast 1.000 Wissenschaftler*innen aus der ganzen Welt an die Atlantikküste.

Petra R. Moog leitete das multilinguale Panel „Spaces of critique: alternative educations and pedagogies“ und stellte in ihrem Beitrag den Universitätskurs mit seinen vier Modulen (Lernen Raum Entwickeln Akademie) und den übergreifenden verzahnten Elementen Reallabor und Praxis dar.

Vor diesem Hintergrund standen Aspekte der Erwachsenenbildung, Hochschulentwicklung, professionellen Entwicklung und Evaluation im Mittelpunkt.

In der anschließenden Diskussion waren die Gelingensbedingungen für erfolgreiche transdisziplinäre Zusammenarbeit, aber auch Fragen der Koordination eines länderübergreifenden EU-Projektes mit elf Partnern und insgesamt 30 handelnden Personen von großem Interesse.

09/2019 Zug, Schweiz

Beim World Education Leadership Symposium (WELS) stellten Ulrich Kirchgässner und Petra R. Moog das Projekt PULS+ im Rahmen eines 90-
minütigen Workshops vor.

Ziel war es, Theorie und Praxis gewinnbringend miteinander zu verzahnen und mit den sehr interessierten Teilnehmenden in einen Diskurs zu treten. Die Verbindung von fünf Thesen zur Partizipation mit praktischen Beispielen aus dem Arbeitsalltag wurde mit Filmen und digitalen Methoden, z.B. einer Mentimeter-Abfrage, verknüpft.

Interessanterweise war der gezielt interaktive Workshop von den Veranstaltern in einem klassischen höhenzonierten Hörsaal untergebracht und machte allen deutlich, wie wenig noch die Passung von Lerninhalten und Raum im pädagogischen Alltag der Hochschule verankert ist.

WELS 2019 hatte fast 1.000 Teilnehmende, denen die Präsentation zur Verfügung gestellt wurde.

10/2019 Lissabon, Portugal 

Bei der 49. Jahrestagung der Internationalen Gesellschaft für Pädagogische Planung stellte Andreas Hammon die einzelnen Schritte des LernRAUMlabors unter dem Fokus der multiprofessionellen und altersübergreifenden interdisziplinären Zusammenarbeit vor.

Insbesondere die gezeigten Filmausschnitte führten zu vertiefenden Diskussionen über die Bedeutung der Partizipation von Lernenden und Lehrenden.

Im Beitrag von Petra R. Moog ging es um praktische Beispiele, in denen innovative Lernumgebungen auch in denkmalgeschützten Schulgebäuden eingerichtet wurden.

ie ca. 100 Teilnehmenden waren aus der ganzen Welt angereist und repräsentierten die wenigen Forschungseinrichtungen, die aktuell in diesem Fachgebiet tätig sind.

Deutlich wurde, dass die Länder mit den längsten Forschungstraditionen ihre Ergebnisse i.d.R. nur in den jeweiligen Landessprachen publizieren, so dass praktische länderübergreifende Umsetzungen häufig an Sprachbarrieren scheitern.

10/2019 Salzburg, Österreich

Wie wird zukunftsweisende Pädagogik und Beteiligung durch die neue Schulbauverordnung des Landes Salzburg ermöglicht? Mit dieser Frage setzten sich Vertreter*innen aus Politik, Verwaltung und Architektur bei einer Podiumsdiskussion im Architekturhaus Salzburg auseinander.

Die neue Salzburger Schulbauverordnung beschreibt ein qualitatives Raumprogramm, bezogen auf das pädagogische Konzept der jeweiligen Schule, das partizipativ erarbeitet werden soll. Schulen haben nun weit mehr Freiheit und Gestaltungsmöglichkeiten bei ihrer Raumplanung.

Die Podiumsbeiträge haben vor allem gezeigt, dass Beteiligung geplant werden muss! Richtig eingesetzt schafft ein Beteiligungsprozess das scheinbar Unmögliche: Menschen reden miteinander, entwickeln Verständnis für die Bedürfnisse der Anderen, beenden Stillstand und schaffen eine Herzensverbindung mit „ihrer Schule“. Denn am Ende geht es darum, dass Menschen, klein und groß, lernend und arbeitend, sich in der Schule wohlfühlen!

Wesentlich zum Gelingen der Veranstaltung beigetragen haben Ursula Spannberger, die die Veranstaltung initiiert, mitkonzipiert und moderiert hat sowie Michael Zinner, der das PULS+ Projekt vorstellte.

Die Stadt Salzburg wird in den kommenden Jahren bis zu 200 Millionen Euro in Neubau und Sanierung von Bildungseinrichtungen investieren.